ProB: Titans starten in Saisonvorbereitung

Dresden Titans stellen neuen Head Coach Nenad Josipovic vor und verlängern Sponsoringvertrag mit Ostsächsische Sparkasse Dresden um weitere 3 Jahre

Dresden, 09.08.17 –Während in den vergangenen Wochen bei den Dresden Titans vermehrt die Unterschriften unter den Spielerverträgen für die kommende Saison 2017/2018 der 2. Basketball-Bundesliga ProB im Fokus standen, folgt pünktlich zum Start in die Saisonvorbereitung eine Vertragsverlängerung, die einmal mehr den Grundstein für den Profibasketball in Dresden langfristig bilden wird. So verlängert die Ostsächsische Sparkasse Dresden ihr Engagement als Hauptsponsor vorzeitig um drei weitere Jahre bis 2020.

Website_Slider_967x400_2017-08-10_Nenad-Sparkasse„Wir freuen uns sehr über dieses Vertrauen, das uns nicht nur Planungssicherheit gibt, sondern vielmehr auch für die nächsten Jahre motiviert unseren Weg fortzusetzen“, bedankt sich Titans-Geschäftsführer, Peter Krautwald. Und auch Andreas Rieger, Sprecher der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, ergänzt zudem: „Unsere Partnerschaft mit den Titans geht nun in ihr 12. Jahr und ist für unser Engagement in der Region weiterhin ein wichtiger Baustein. Trotz der sportlich nicht so erfolgreichen letzten Saison wollen und werden wir dem Verein in guten wie in schlechten Zeiten zur Seite stehen, weil wir überzeugt von der soliden Arbeit bei den Titans sind.“

Damit es sportlichen im kommenden Jahr wieder bergauf geht, präsentierten die „Titanen“ am Mittwoch auf ihrer Pressekonferenz bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden nicht nur den Spielplan für die Saison 2017/2018, sondern auch ihren neuen Cheftrainer, Nenad Jospovic. Im folgenden Interview stellt sich der 54-Jährigen Basketball-Lehrer aus Kroatien vor:

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Coach Josipović, Sie arbeiten bereits seit über 18 Jahren in Deutschland als Trainer. Woran denken Sie mit besonders viel Freude zurück, was sind ihre persönlichen Highlights?

Ich habe in Oldenburgs Jugend als Trainer angefangen und zur Jahrtausendwende den Verein in der Breite praktisch mit aufgebaut und aufgestellt. Dort habe ich auch für kurze Zeit in der BBL (1. Bundesliga) gecoacht. Damals konnten wir noch die Liga halten, im BBL-Pokal das „Final Four“ erreichen. Ich habe über 150 Spiele in der 2. Basketball-Bundesliga ProA gecoacht, war natürlich auch in der ProB aktiv.

Sie sind 2005 auch als „Cheftrainer des Jahres“ der 2. Liga von „eurobasket.com“ ausgezeichnet worden, oder?

Ja, damals übernahm ich im Februar die Bremen Roosters, die bis dato bei 16 Spielen 16-mal verloren hatten. In den verbleibenden 14 Spielen schafften wir dann irgendwie noch den Klassenerhalt. Das ist noch immer etwas Spezielles für mich, ein kleines „Basketball-Wunder“ sozusagen.

Wie haben Sie über die Jahre den Basketball-Standort Dresden wahrgenommen und warum haben Sie sich jetzt entschieden, hier und mit den Titans zu arbeiten?

Mit Peter Krautwald [aktueller Titans-Geschäftsführer, A.d.V.] verbindet mich eine sehr gute Beziehung. Er war mein Assistenztrainer bei der BG Karlsruhe in der Saison 2007/08. Seither standen wir weiter regelmäßig in Kontakt, haben telefoniert, uns ausgetauscht. Als dann die Anfrage für die offene Trainerstelle kam, war ich ohne Job und habe dann natürlich zugesagt. Peter und auch andere Leute haben mir das Potential Dresdens bestätigt. Langfristig ist es hier das Ziel, wieder in der ProA zu spielen und die Klasse dann auch zu halten.

Und was sind mittelfristig für die kommende Saison 2017/18 in der 2. Basketball-Bundesliga ProB die Ziele als Mannschaft bzw. die Vorgaben des Vereins?

Die Vorgabe des Vereins ist erstmal Platz 4 in der regulären Saison zu erreichen. Damit hätten wir in der 1. Playoff-Runde Heimrecht. Aber Playoffs sind immer ganz anders zu spielen, als eine Saison. Niemand kann sagen, was in 9 Monaten sein wird, ob wir verletzungsfrei bleiben, von Krankheiten verschont usw. Wir haben keinen Nostradamus in der Mannschaft. Aber trotzdem: Platz 4 in der Hauptrunde ist definitiv das Ziel.

Wie bewerten Sie denn den aktuellen Kader, die Zusammenstellung der Mannschaft?

Die Mannschaft ist so in der Form noch nicht komplett. Es ist natürlich sehr schade, dass Walter Simon nicht gehalten werden konnte, er hätte uns definitiv geholfen. Aber es war eine berufliche Lebensentscheidung für seine Zukunft, die ich absolut respektiere. Wir haben jetzt noch keine Zeitnot, brauchen aber noch einen Back-Up-Spieler für die Positionen 5/4. Einen deutschen Spieler werden wir wahrscheinlich nicht mehr finden. Vielleicht finden wir noch einen „Eu-Ausländer“, der sich dann mit den anderen nichtdeutschen Profis die Minuten teilen müsste.

In vielen Vereinen waren Sie auch im Jugendbereich tätig. Wie bewerten Sie den Aufstieg der Titans-U16 zurück in die JBBL und werden junge Spieler wie Noah Berge und Nils Niendorf bei ihnen eine Chance bekommen?

Ein Verein ohne richtige oder eigene Jugendarbeit ist für mich ein künstlicher Verein. Der Aufstieg zurück in die JBBL war extrem wichtig für die Titans. Aber noch gibt es keine Nachwuchsspieler, die bei Heimspielen die Position 10, 11, 12 auf der Bank besetzen könnten die am Training der 1. Mannschaft partizipieren könnten. Das ist jetzt die Aufgabe über die nächsten 3 Jahre: Das Niveau der Junioren stetig zu erhöhen, sich in der JBBL zu etablieren. So spart der Verein auch Geld und die Fans wollen und brauchen zudem „Dresdner Jungs“ aus der eigenen Jugend zur Identifikation.

Sie kommen aus der goldenen Generation des jugoslawischen Basketballs, haben teilweise gegen Legenden wie Drazen Petrovic gespielt. Erzählen Sie uns kurz davon.

Ich habe in der Jugendnationalmannschaft Jugoslawiens gespielt von der U16 bis zur U20. Mit der U16 gewannen wir EM-Silber und mit der U18 WM-Silber. Beide Male mussten wir uns nur der UDSSR geschlagen geben. Die waren einfach zu stark, mit Sabonis, Marčiulionis, [ Arvydas Sabonis, Šarūnas Marčiulionis, litauische Basketball-Legenden, A.d.V.] und den ganzen anderen.

Die gewannen ja 1988 sogar Olympisches Gold gegen die USA.

Genau, die waren extrem stark. Wir hatten keine Chance gegen Russland. Aber wir waren auch sehr gut. Mit Dražen Petrović oder Stojan Vranković hatten wir ebenfalls Ausnahmespieler. Die Jugendarbeit war damals in Jugoslawien auf einem unglaublichen Niveau. Petrović spielte damals in Šibenik, ich bei KK Split. Wir waren die viel bessere Mannschaft, aber Petrović hatte sein ganz eigenes Trainingsprogramm, ging morgens 6 Uhr mit eigenem Hallenschlüssel trainieren und nachmittags wieder. Wir dachten damals, als junge Spieler, er wäre verrückt. Aber später in der NBA hatte er der ganzen Welt gezeigt, wie gut er war. Was dann passierte, ist natürlich absolut schade [Petrovic verunglückte 1993 bei einem Verkehrsunfall, A.d.V.].

Abschließend: Sie haben ja bereits kurzzeitig in der BBL gecoacht. Was sind ihre ganz persönlichen Ziele und Träume als Trainer, was möchten Sie unbedingt noch erreichen?

Ich muss nicht unbedingt in der BBL coachen. Die BBL ist wie eine geschlossene Gesellschaft. Ganz selten gibt es neue Gesichter unter den Trainern und bis jetzt ist es mir nicht gelungen eine Mannschaft aus der 2.Liga ins Oberhaus zu führen. Aber das ist Schicksal und auch mit einer gehörigen Portion Glück verbunden. Vielleicht passiert es noch, vielleicht auch in Dresden – alles ist möglich. Das können wir so stehenlassen.

Coach, vielen Dank für das Gespräch.

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