ProB: Derby-Wahnsinn mit 3 x OT!

Dresden Titans gewinnen mit 101:97 nach dreifacher Verlängerung gegen die BSW Sixers (18:18, 11:14, 19:21, 29:24, 8:8, 10:10, 6:2) | In einem packenden Derby entscheidet Routinier Eric Palm mit seiner „Abgezocktheit“ und wichtigen Würfen das Spiel

Dresden, 10.01.2020 –  Es sollte ein ganz besonderer Freitagabend für die Dresden Titans und deren Fans in der heimischen Margon Arena werden. Denn zum 15. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga gastierten die BSW Sixers als designierter Derby-Gegner in der sächsischen Landeshauptstadt. Und das Ost-Derby wurde den Erwartungen vollends gerecht. Vor allem die Schlussphase war dramatisch und nicht arm an Highlights. In seinem bisher vielleicht besten Spiel als „Titan“ hatte Georg Voigtmann im allerletzten Angriff bereits den Sieg auf den Fingerspitzen, konnte jedoch nicht verwandeln. US-Profi Eric Palm übernahm dann in den drei folgenden Verlängerungen das Zepter, erzielte mehrere immens wichtige Treffer und besiegelte mit seiner „Coolness“ die Niederlage von Sandersdorf.

Georg Voigtmann – Bild: Ralf Zimmermann

Dabei verkauften selbige sich ohne Topscorer Ferdinand Zylka teuer. Die Veteranen Luka Petkovic (22 Pkt, 5 Ast) und Justin Smith (18 Pkt, 15 Reb) standen durch Zylkas Abwesenheit deshalb noch mehr im Fokus der Angriffsbemühungen der Sixers. Vor allem Petkovic startete sehr fokussiert in die Partie und stellte mit zwei Dreiern früh seine Wurfstärke unter Beweis. Aber auch die Titans konnten mit Palm (26 Pkt, 6 Ast) wieder auf die Dienste ihres erfahrensten Mannes zurückgreifen. Zusammen mit Voigtmann (32 Pkt, 20 Reb) und Sebastian Heck (17 Pkt, 7 Reb) erkämpfte der smarte Amerikaner ein 18:18-Unentschieden nach 10 Minuten. Ins zweite Viertel starteten die Sixers dann mit zwei herrlich herausgespielten Distanzwürfen. Aber Voigtmann konnte von „Downtown“ antworten und hielt Dresden auch über starke Verteidigung am Brett im Spiel. Insgesamt blieben die Titans allerdings zu inkonsequent in vielen ihrer gut herausgespielten Angriffe und lagen zur Halbzeit deshalb knapp mit 29:32 zurück.

Der Auftakt aus der Pause gelang dann dank Heck-Dreier nach Maß. Doch der eiskalte Petkovic antworte postwendend mit seinem eigenen „Triple“. Die Titans verloren im Anschluss etwas den Faden. Uninspirierte Ballverluste und schlechte defensive Zuordnung bescherten den Gästen immer wieder leichte Punkte. Vor allem Heck und Voigtmann war es in dieser schwierigen Phase zu verdanken, dass die Gäste nicht davonziehen konnten. Auch Daniel Kirchner (14 Pkt, 6 Ast) wurde offensiv zunehmend aggressiver und bereitete Sandersdorf mit seinem schnellen Zug zum Korb immer wieder Probleme. Dennoch konnten die Sixers die Führung vor dem letzen Viertel auf 53:48 erhöhen. Im finalen Abschnitt verloren die Spielmacher Dresdens dann zu häufig das Leder und machten die Gäste so über einfache Punkte im Schnellangriff stark. Voigtmann hielt indes mit Traumquote von der Dreierlinie (5/8 3er) weiter dagegen. Auch Palm biss die Zähne zusammen und erzielte trotz elitärer Defense durch Marko Krstanovic (15 Pkt, 6 Ast, 8 Reb) wichtige Zähler beim Zug zum Korb. Die Titans konnten wiederum Krstanovic und Marco Rahn (19 Pkt) scheinbar nicht mehr auf dem Weg in die Zone stoppen. Headcoach Fabian Strauß griff deshalb Mitte des Viertels zu zwei Auszeiten. Aus dieser stürmten im Anschluss Kirchner und Heck mit blitzschnellen neun Punkten. Eine Minute vor Ultimo verkürzte dann Palm von außen auf 75:76. Lennard Larysz (7 Pkt, 5 Ast, 11 Reb) erzielte vier Sekunden vor der Sirene sogar den wichtigen Korbleger zum Ausgleich. Voigtmann hatte schließlich im allerletzten Angriff der regulären Spielzeit den Sieg auf den Händen, verlegte jedoch dramatisch in Brettnähe.

Dresden wirkte nach dieser Aufholjagd in der Verlängerung zunächst kraftlos und fing sich gleich zwei Dreier ein. Aber Kirchner antwortete mit fünf Zählern. Die Führung wechselte im Anschluss gleich viermal, ehe Palm an der Linie zum 85:85 und zur zweiten Verlängerung ausglich. Die Kraft ließ in der Folge auf beiden Seiten nochmal deutlich nach. Auf Seiten Sandersdorfs avancierte indes Krstanovic mit einem wichtigen Dreier zum Helden. Aber Palm hatte andere Pläne und schickte das Spiel mit einem Wahnsinns-Wurf im Seitwärtsfallen in die dritte Overtime. Und Dresdens Nummer Eins schulterte weiter die Verantwortung, brachte seine Farben final in Front. Der Rest des Teams verteidigte bissig und erfolgreich gegen mittlerweile dezimierte Sixers. Mehrere Steals und abschließende Freiwürfe Voigtmanns besiegelten den 101:97-Derbysieg der Titans!

Die Halle stand nachfolgend natürlich Kopf und über 1300 Fans zelebrierten diese unglaubliche Begegnung. Ein erschöpft wirkender, aber zufriedener Coach Strauß dankte den Anhängern für die Unterstützung und fand noch klare Worte in seiner Kurzanalyse: „Über drei Viertel war es ein ziemlicher Krampf. Dann wurden wir vor allem in der Defense smarter. Am Ende waren es einige Big-Shots, die über das Spiel entschieden haben. Es war ein dreckiger Sieg, aber gerade deshalb umso wichtiger.“

Beste Werfer:

Dresden:                            Voigtmann (32 Punkte), Palm (26), Heck (17)

Sandersdorf:                     Petkovic (22), Rahn (19), Smith (18)

Pressedienst
Dresden Titans